KRALLE

 KralleKralle saß wohl in einem Busch nahe dem Boden und machte keine Anstalten weg zu fliegen als Menschen kamen. Sie versuchten ob er fliegen konnte, was jedoch nicht der Fall war. Also entschieden sie ihn zu päppeln. Jedoch nahm er nach einigen Tagen überhaupt keine Nahrung mehr auf und sie bekamen Angst, dass er sterben könnte. Aus diesem Grund kam er zu mir. Nun hatte ich zwei ausgewachsene Mauersegler. Pico ging es besser als Kralle, was sich auch am Gefiedern zeigte.  Kralle hatte immer wieder Kot im Gefieder obwohl ich mich bemühte die Klopapierlagen sofort auszutauschen, aber er lief immer sofort dadurch. Pico passierte das nicht, was meiner Meinung ein Zeichen war, dass Kralle schwächer war, da er sich immer nur etwas von seinem Kot wegschleppte und der Schwanz meist drin hängen blieb.

Kralle nahKralle war wunderschön, auch wenn er etwas zerzaust aussah. Er hatte unheimlich kräftige Füße. Bei der Nahrungsgabe setze er immer einen Fuß auf meinen Daumen und hielt sich fest. Durch die Spitzen Krallen hatte ich bald gereizte Haut am Daumen. Am liebsten hätte ich einen Handschuh angezogen, aber dann hätte ich nicht mehr die gleiche Sensibilität in der Hand um ihn festzuhalten. Die Fütterung von Kralle war zwar komplizierter als die Nahrungsgabe von Pico, verlief aber sonst gut.

Jetzt hatte ich zwei Vögel zu versorgen und „nebenbei“ war ich mitten in der Klausurphase meines Studiums. Natürlich versuchten meine Mutter und mein Freund mich so gut wie es geht zu unterstützen, aber mein Freund musste arbeiten und konnte mir daher nicht annähernd so helfen wie beim kleinen Swift. Und nun kommt das Unglaubliche: Am nächsten Tag, also am 09.07.2012, kam ein weiterer Anruf meiner Bekannten. In ihrem Hausflur saß ein kleiner Mauersegler… ->hier gehts zu Little Whity

Aber nun erstmal weiter zu meinen beiden Großen. Die ersten Tage lief alles gut und den beiden ging es besser, aber leider machten sie keine Fortschritte in Bezug auf das Fliegen. So vergingen die Tage und ich gab mir größte Mühe, aber leider ging es Kralle nach einigen Tagen schlechter. Er fraß gut, aber zwischendurch würgte er alles wieder hoch. Daraufhin verringerte ich die Menge der Nahrung und gab ihm dafür öfter etwas. Das half und er fraß wieder gut. Am 12.07.2012 saß ich mit Kralle auf dem Schoß draußen. Meine Mutter fütterte Pico. Als ich gerade das nächste Heimchen fangen wollte kippte Kralle einfach um und war Tod. Ich wollte es nicht glauben und schrie, aber es änderte nichts. Er war gestorben… wahrscheinlich an Altersschwäche… vielleicht hatte er ein Herzanfall oder ähnliches, denn es war so plötzlich und schnell, ohne Vorboten.

Bei so einem Ereignis muss man etwas tun um es zu verarbeiten. Ich musste das jedenfalls, auch weil ich noch zwei lebende Zöglinge hatte. Ich bin dann erstmal mit meinem Hund♥ eine Runde joggen gegangen. Auspowern! An einem Waldstück blieb ich stehen und schrie mir den Schmerz von der Seele. Danach ging es mir besser… viel besser! Jeder muss seine eigenen Methoden finden um schlimme Geschehnisse zu verarbeiten.

Pico und Kralle taten sich gegenseitig gut und ich ahnte abends schon, dass Pico der Tod von Kralle zu schaffen machen würde. Am nächsten Morgen kam meine Mutter in mein Zimmer, da wusste ich schon was geschehen war. Pico hat die Nacht nicht überlebt…

Jetzt war nur noch einer da… er musste es schaffen!! -> weiter zu Little Whity

Kralle und Pico im Nest

12.07.2012  Kralle

 

 

 12./13.07.2012  Pico

 

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