Grundlagen

Hier nun ein paar Tipps und Informationen wie man einen Mauersegler aufpäppelt oder aufzieht. Ich versuche auch in dieser Rubrik alle Information nach meinem besten Wissen aufzuschreiben und all diese Auskünfte habe ich selbst bei der Aufzucht der Mauersegler herausgefunden. Ich hoffe das sie auch bei euch so gut funktionieren! VIEL ERFOLG!!

Wie ich schon in der Rubrik „Erste Hilfe“ beschrieben habe ist Wasser, wie  für uns Menschen auch, überlebenswichtig. Am besten ist es wenn man eine kleine Plastikspritze hat, mit der man dem Segler etwas Wasser (Leitungs- oder aber auch Regenwasser) einflößt. Am besten man gibt einen Tropfen an den Rand des Schnabels, meist nimmt er ihn dann selber auf. Natürlich sollte man darauf achten, dass man ihm das Wasser nicht in die Nase „spritzt“. Sollte der gefundene Mauersegler kein Wasser aufnehmen, führt ihr die Spritze leicht am Schnabel hin und her. Natürlich ohne Druck! Wenn er dann den Schnabel leicht öffnet spritzt ihr ihm ein paar Tropfen (1-3) in den Schnabel. Diese schluckt er dann. Ich habe immer einige Tropfen Wasser zu jeder Mahlzeit gegeben. Meistens habe ich mit Wasser angefangen und auch wieder mit Wasser aufgehört.

Mahlzeiten gibt es für die Mauersegler ca. alle zwei Stunden. Bei sehr kleinen oder schwachen Tieren  kann man auch öfter kleinere Speisen geben. Diese Entscheidung muss man letztlich selbst treffen. Ich habe bei ausgewachsenen Mauerseglern, die schlecht gefressenen haben, kleinere Mahlzeiten verabreicht aber dafür ungefähr stündlich. Diese Vorgehensweise würde ich auch bei akuten Notfällen empfehlen.

Swift in Rolle

 

Grundsätzlich kann man aber sagen, dass es genügt wenn man den Mauersegler ca. alle zwei Stunden in der Zeit von 7-22 Uhr Nahrung zuführt.

 

Was für Nahrung braucht denn ein Mauersegler??

In der Natur frisst ein Mauersegler kleinere Insekten, die er in der Luft fangen kann. So zum Beispiel Fliegen, aber auch  kleinere Käfer Blattläuse und Ameisen im Flugstadium. Natürlich müsst ihr jetzt nicht losziehen und Fliegen in Gläsern fangen. Obwohl ich diese Situation schon erlebt habe! Wenn euch interessiert wie es dazu kam, schaut doch mal unter der Rubrik „Tagebuch“ nach. 😉

Ich kaufe immer die mittleren (oder auch mal die kleinen) Heimchen. Diese sind ungefähr einen Zentimeter groß (also mal kleiner mal etwas größer. Erschreckt euch nicht über die auf den ersten Blick recht groß erscheinenden Heimchen im Vergleich zu dem kleinen Schnabel. Am besten man fängt mit den kleinsten Heimchen der gekauften Packung an. Diese solltet ihr in jedem gut sortierten Fachhandel bekommen.

Am Schönsten ist es wenn man die selbe Methode nutzt, die auch die Eltern im Nest anwenden. Hierfür solltet ihr vorher die Hände waschen, warum wird später klar. Wenn kleine Mauersegler Hunger haben schreien sie.

Finger am Schnabel links

 

Wenn man nun den Zeige- oder auch Mittelfinger an der linken Seite des Schnabels langführt saugt sich der kleine Mauersegler an dem Finger fest. Erschreckt euch nicht und bleibt einfach ruhig.

 

Schnabel öffnet sich

 

 

Mit dem Daumen könnt ihr vorsichtig den Kopf stabilisieren. In der rechten Hand habt ihr die Fütterpinzette. Mit dieser nehmt ihr nun ein Heimchen auf.

 

 

Fütterung mit Finger 1

 

Den Finger, an dem sich der Mauersegler festgesaugt hat, zieht ihr etwas aus dem Schnabel heraus, damit der Weg in den Kropf für das Heimchen frei ist.

 

 

Fütterung mit Finger 2

Nun führt ihr die Pinzette mit dem Heimchen an der rechten Seite am Finger vorbei in den Schnabel des Mauerseglers ein. Bleib ganz ruhig und seid vorsichtig, damit ihr ihn nicht verletzt. Jetzt ist auch klar warum man sich vorher die Hände wäscht, nämlich  damit keine Bakterien von dem Finger in den kleinen Mauersegler gelangen.

 

Zum Schluss könnt ihr den Kleinen noch etwas am Kropf streicheln und möglicherweise etwas Wasser geben.

Nachfolgend nun ein Video was euch noch einmal verdeutlicht wie diese Fütterung funktioniert:

PinzetteDa die Mauersegler meist nicht sperren werden muss man ihnen die Heimchen weit in den Schnabel schieben, damit sie es schlucken und nicht wieder ausspucken. Hierfür eignet sich eine Pinzette mit einer Kurve oben, wie auf dem Foto abgebildet. Diese kennt man zum Beispiel vom Zahnarzt.  Um das Futter in den kleinen Schnabel des Seglers zu bekommen, muss man ruhig und behutsam bleiben. Ich nehme mir immer ein kleines Handtuch und lege es auf meine Beine. Dann nehme ich den Mauersegler und setze ihn seitlich zu mir darauf. Nun fange ich ein Heimchen mit der Pinzette (aber immer darauf achten was der Mauersegler auf deinen Beinen macht, damit nichts passiert!) und dann nehme ich vorsichtig den Kopf des Seglers in die Hand bzw. zwischen den Daumen und Zeigefinger der linken Hand. So kann ich den Kopf leicht stützen und habe den kleinen Vogel gut unter Kontrolle. Mit dem Daumen fasse ich vorsichtig unter dem Schnabel und mit der Pinzette streiche ich leicht am Schnabel hin und her. Aber wirklich achtsam!! Denn gerade bei Jungvögeln ist der Schnabel unten weich und biegsam. Man sollte also aufpassen, dass man ihn nicht verletzt! Wenn der Vogel nun den Schnabel öffnet geht ihr mit der Pinzette vorsichtig und langsam (nicht hektisch werden! Wenns nicht klappt versucht ihrs nochmal!) in den Schnabel und lasst das Heimchen möglichst weit hinten los. Wenn es weit genug hinein gegeben wurde setzt der Schluckreflex ein und der Mauersegler isst das Heimchen.

Füttern mit Fliege  Füttern 2

Ansonsten spuckt er es wieder aus und ihr müsst es noch einmal versuchen. Sehr wahrscheinlich müsst ihr am Anfang viel Geduld haben, denn es wird nicht immer auf Anhieb klappen. Das Heimchen so weit in den kleinen Vogel hinein zu geben kostet Überwindung und braucht etwas Übung, aber schon nach einigen Versuchen wird es besser gelingen. Sicherlich  ist auch nicht jeder Vogel gleich und ihr müsst selber ausprobieren wie es am besten funktioniert.

Natürlich ist es auch möglich, dass euer Mauersegler irgendwann oder auch von Anfang an selbst sperrt. Denn er hat Hunger und wenn er merkt, dass es Futter gibt ist es möglich, dass er das Heimchen ohne viel Hilfe isst. Dann müsst ihr das Heimchen nur vor ihn halten und er wird es versuchen zu fressen. Dafür sollte ihr schnell das Heimchen loslassen wenn es sich im Schnabel des Mauerseglers befindet.

Swift fütter 3  Swift füttern 2

Swift füttern 3  Swift füttern 4

Kropf
Eine Mahlzeit variiert nicht nur in der Häufigkeit, sondern natürlich auch in der Menge. Ein ausgewachsener Mauersegler frisst mehr als ein Jungvogel. Hierbei kann ich auch nur ungefähre Angaben machen, die aus meiner eigenen Erfahrung stammen. Sehr junge Mauersegler, die noch Flaum und kaum Federn haben, gebe ich am Anfang nicht mehr als acht mittlere Heimchen. Man sollte auf jedenfall darauf achten  wie voll der so genannte  Kropf ist. Den Kropf kann man fühlen wenn man unter dem Schnabel des Vogels fasst. Wenn ihr hier eine Wölbung spüren könnt bzw. der Kropf also ausgefüllt ist reicht es und ihr könnt nach ca. zwei Stunden mit der nächsten Fütterung weitermachen.

Bei älteren Mauerseglern solltet ihr die Nahrungszufuhr erhöhen. Ich kann leider nicht genau sagen wie viele Heimchen ihr in welchem Alter füttert. Hier müsst ihr euch auf euer Gefühl verlassen und im Verhältnis zum Vogel füttern. Natürlich ist auch die Größe der Heimchen entscheidend dafür, wie viele ihr füttern müsst. Ich würde aber sagen, dass ich von den mittleren Heimchen an ausgewachsene Mauersegler nicht mehr als 15-20 Stück verfüttern würde.

 

 

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